Jürgen Klopp und Liverpool: Eine Liebesgeschichte

Wie im Sturm hat Jürgen Klopp die Herzen der Liverpool Fans erobert. Seit seinem Amtsantritt an der ehrwürdigen Anfield Road hat er den schlafenden Riesen zu einem echten Aspiranten auf den Champions-League-Sieg geformt. Holen sich die „Reds“ den Titel in der Königsklasse, macht sich der sympathische Schwede endgültig zur Legende.


Jürgen Klopp behauptet von sich, dass das Einzige, was erwirklich kann, Fußball sei. Und weil das das Einzige ist, was für die Menschen in Liverpool wirklich von Interesse ist, passen Klopp und Liverpool zusammen, wie die Faust aufs Auge. Darum weiß der Trainer und sagt deshalb auch: „Ich weiß, dass ich nicht der beste Trainer der Welt bin, aber ich werde keinen kompletten Blödsinn anstellen. Man kann mir schon vertrauen.“. Und genau wegen solcher Sätze lieben sie Klopp in Liverpool. Eben weil er ganz anderes als sein Pendant beim Erzrivalen Manchester United, und eben nicht „cocky“ ist. Das bedeutet frei übersetzt aus dem gewöhnungsbedürftigen Liverpooler Dialekt soviel wie eitel.


Und in einem Business, indem es mittlerweile fast schon zum guten Ton gehört, dass man sich selbst über die Dinge stellt, ist Klopp damit eine Ausnahme. Wer den Werdegang Klopps verfolgt hat, weiß, dass er vor allem eines ist: authentisch. Das war er schon immer, ob in Mainz, Dortmund oder jetzt in Liverpool. Keiner schafft es so unnachahmlich, die Menschen für seine Sache zu gewinnen, seien es Spieler oder Fans. Die Presse gab ihm daher den Namen Menschenfänger. Er selbst aber kann dieser Titulierung nur wenig abgewinnen. „Fangen möchte ich niemanden. Eher begeistern. Das lasse ich die Menschen spüren“, so Klopp.


Und begeistert waren die Leute in Liverpool von Anfang an, schon bevor Klopp seine erste Trainingseinheit absolvierte. Daran hatte vor allem sein lockerer Auftritt bei der Pressekonferenz zu seiner Vorstellung Anteil. Klopp bezeichnete sich darin selbst als „The Normal One“, in Anspielung auf Jose Mourinho, der sich aufgrund seiner Erfolge und seines durchaus großen Selbstvertrauens einst den Namen „The Special One“ gab. Nun, in seiner dritten Saison an der Anfiel Road, ist Klopp drauf und dran, sich bei einem der traditionsreichsten Vereine der Welt, seinen Platz in der Vereinsgeschichte zu sicheren. Der FC Liverpool hat erstmals seit zehn Jahren wieder das Halbfinale der Champions League geführt und hat gegen den AS Rom nicht zuletzt bei Fußball Sportwetten große Chancen, auch das Endspiel in Kiew zu erreichen. Der Sieg gegen Ligarivalen Manchester City im Viertelfinale, bis dahin das englische Überteam, trug sein Übriges dazu bei. Doch Klopp warnt davor, die Roma als Pflichtaufgabe abzustempeln. Recht hat er! Neben Liverpool sind die Italiener die zweite Überraschung dieser Champions-League-Saison und das, vor allem weil sie den spielstarken FC Barcelona aus dem Wettbewerb kegelten.


Doch die talentiertere Mannschaft ist zweifelsohne die des deutschen Trainers. Und da Ausnahmekönner wie Mohamed Salah, Sadio Mane und Roberto Firmino ihre beste Zeit noch vor sich haben und auch Klopps Vertrag in Liverpool noch ein paar Jahre läuft, scheint es tatsächlich so, als hätte der Coach aus dem schlafenden Riesen wieder einen europäischen Spitzenklub geformt.