50+1: Kommentar zur Abhängigkeit des Profifußballs vom Kapital: Nur der Erfolg zählt

Dass die 50+1-Regel im deutschen Profifußball weiter Bestand hat, kann man als Etappensieg gegen die totale Kommerzialisierung ansehen. Die Gefahr, dass Scheichs und Oligarchen sich Traditionsvereine greifen und nach ihrem Gusto umkrempeln, bleibt theoretischer Natur. Freilich übersehen die Anhänger der wahren Fußballwerte, dass auch deutsche Mannschaften längst durchkapitalisierte Wirtschaftsunternehmen und Teil der Unterhaltungsindustrie sind. Gespielt wird in komfortablen Arenen, Firmenlogos der Sponsoren dominieren das Bild und selbst mittelmäßige Kicker gehören zu den Topverdienern am deutschen Arbeitsmarkt.


Die Abhängigkeit von Kapital und Investoren wächst deshalb immer weiter, da es letztlich nur um den Erfolg geht. Übrigens gerade auch den treuen Fans, die ja immer dann randalieren, wenn es sportlich schlecht läuft. Daher ist es trotz des jüngsten Votums nur eine Frage der Zeit, bis die 50+1-Regel weiter aufgeweicht wird oder gar ganz fällt. Auch deren Befürworter sehen es als Problem, dass die Bundesliga mit nur einem einzigen Topclub zusehends verödet und der Rest international nicht konkurrenzfähig ist. Eine Erkenntnis des Geschehens auf dem Platz ist doch: Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen immer die - mit dem vielen Geld.


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