Die geheime Kraft der Maskottchen

Köln
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Bei einem Tor der Mannschaft jubeln sie im Stadion oder schlagen die flauschigen Hände über dem Kopf zusammen, wenn eine dicke Chance vergeben wurde. Bei einem verlorenen Fußballspiel versuchen sie zu trösten und positive Energie zu spenden: Maskottchen sind wahre Alleskönner.


Was machen Maskottchen?

Borussia Dortmund hat eine Biene in den Vereinsfarben, auf Schalke fiebert Erwin im königsblauen Outfit mit und der 1. FC Köln hat mit dem Hennes sogar ein lebendes Maskottchen.


Der Begriff Maskottchen steht für einen Glücksbringer - und dieser ist im Sport allgemein wichtig. Fußballer gehen Ritualen nach, bevor sie den Rasen betreten oder tragen ihre Glücksnummer auf dem Rücken. Französisch bedeutet Mascotte eine Person oder ein Tier, das Glück bringt.


Unternehmen und Vereine nutzen Maskottchen zur Emotionalisierung ihrer Marke. Oftmals entsteht ein Fantasiewesen, mit dem sich Gruppen identifizieren können. Für Sportvereine nimmt der Glücksbringer auch eine andere Bedeutung ein: Vermarktung von Produkten. Kinder freuen sich über ein Kuscheltier des Maskottchens oder andere Produkte werden mit dem Emblem verziert. Marketingabteilungen fahren Kampagnen mit dem Maskottchen.


Jeder Verein kann ein individuelles Maskottchen herstellen lassen. Nach eigenen Entwürfen erstellen Fachhersteller Sympathiefiguren.


Die kuriosesten Maskottchen der Fußballvereine

Emma ist schon seit Jahrzehnten das Glücksbienchen bei Borussia Dortmund. Die Vereinsfarben gelb und schwarz finden sich in dem Maskottchen wider. Ihren Namen verdankt die Biene Lothar Emmerich, der 115 Tore bei über 180 Einsätzen für den Verein erzielte. Alle Torschützenkönige seit 1963 gibt es hier im Überblick.


HSV-Dino Hermann fiebert bei jedem Spiel in Hamburg mit. Seine Lieblingsposition ist nach eigenen Angaben Torwart. Sein Vorname leitet sich nicht etwa von einem berühmten Spieler ab, sondern vom Physiotherapeuten Hermann Rieger.


Beim VfB Stuttgart wird es tierisch: Krokodil Fritzle heizt als grünes Maskottchen den rot-weißen Stuttgartern ein. In der Stadt gibt es einen berühmten zoologischen Garten: die Wilhelma. Dort lebte einst ein Krokodil namens Fritz. Fritz Walter spielt bei der Namensgebung auch eine Rolle. Er zählt zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des deutschen Fußballs. Gemeinsam mit der Nationalmannschaft gewann Walter die Weltmeisterschaft 1954. Wer von der WM 54 noch lebt, gibt es hier zu lesen.



Echte Tiere als Maskottchen gibt es ebenfalls wie der 1. FC Köln beweist. Doch auch Werder Bremen hatte jahrelang den Heidschnuckenbock Pico als Maskottchen. Am Rhein setzt man auch auf den Bock. Im Rheinenergiestadion spendet der Geißbock Hennes Glück.


Bei der Eintracht in Frankfurt schaut man in die Lüfte: Ein Adler ist hier das Maskottchen. Attila wacht über die Spiele und passt zum Wappen des Vereins.


Gute Beispiele für eine Rundum-Vermarktung sind die Vereine RB Leipzig und VfL Wolfsburg. Das Maskottchen von Leipzig orientiert sich an der dahinterstehenden Marke Red Bull. Ein Bulle mit dem Emblem des Energydrinks lag als Maskottchen nahe. Ebenso verhält es sich mit der Werkself aus Wolfsburg. Ein Wolf für die Wölfe - was könnte besser passen?


Maskottchen bringen nicht nur Glück und gehören zu sportlichen Vereinen dazu - sie sind auch Teil der Markenwelt.