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Live-Fußball: Kaum noch kostenlose Übertragungen dank Pay-TV?

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Die Zeiten des kostenlosen Live-Fußballs scheinen längst vorbei

Obwohl der DFB laut eigener Aussage die Zusammenarbeit mit dem ZDF und der ARD sehr schätzt, gibt es kaum noch Möglichkeiten, Live-Spiele kostenlos zu verfolgen. Private Free-TV-Sender sind bis jetzt noch eine gute Alternative. Hier spielt RTL ganz vorn mit. Auch die Sportschau ist eine feste Größe, die nur schwer wegzudenken ist. Doch das ganze System scheint zunehmend ins Wanken zu geraten: Sobald sich ein anderer Anbieter bereiterklärt, mehrere hundert Millionen Euro zu zahlen, um Senderechte zu erwerben, bekommen die öffentlich-rechtlichen und auch die privaten Sender ordentlich Konkurrenz.


Hinzu kommt ein weiterer Nachteil für die Zuschauer: Mit einem Abonnement kommt man längst nicht mehr hin. Der Kampf um die Senderechte und große Werbedeals ist hart. Schauen Sie sich zum Beispiel die Bundesliga-Spiele über Sky an. Dafür zahlen Sie aktuell 39,99 € monatlich. Dank bestimmten Sonderangeboten können Sie das Abo auch für rund 20 € pro Monat abschließen. Interessieren Sie sich darüber hinaus für Sonntagsspiele oder Relegationsspiele der ersten und zweiten Bundesliga, hat DAZN die Nase vorn. Bei diesem Abonnement sind Sie mit 11,99 € dabei.


Während Sie einige Spiele immer problemlos kostenlos schauen können, kommen Sie bei anderen um eines oder mehrere Abos nicht herum. Gratis ansehen können Sie zum Beispiel einige Spiele des DFB-Pokals: Bis zum Viertelfinale wird jeweils ein Duell im Free-TV übertragen. Auch über die ARD lassen sich ausgewählte Spiele kostenlos ansehen. Den größten Anteil der TV-Rechte besitzen am Ende aber DAZN und Sky. Alle großen Pokale und Ligen können Sie über diese Portale verfolgen, wenn Sie kein Spiel verpassen und die Matches live verfolgen möchten.

Fußball kostenlos online streamen: Geht das?

Die Rechte für die Ausstrahlung erwerben Anbieter wie Sky und DAZN für hohe Summen. Demnach ist es grundsätzlich illegal, kostenlose Fußball-Livestreams zu nutzen. Bei Ihnen sollten deshalb sofort alle Alarmglocken angehen, wenn auf einer Seite von kostenlosen Livestreams die Rede ist. Sie machen sich außerdem strafbar, wenn Sie unseriöse Seiten nutzen.


Alternativ gibt es aber immerhin die Möglichkeit, zumindest teilweise Zusammenfassungen online oder im Free-TV zu schauen. Die Angebote für Live-Spiele werden dagegen immer seltener kostenlos zu finden sein.

Was zahlen Pay-TV-Anbieter für die Senderechte?

Vor zwanzig Jahren betrat man mit dem deutschen Fußball die schillernde Fernsehwelt – und begab sich damit in eine zuvor nie dagewesene Abhängigkeit. Der erste große Werbedeal mit der DFL wurde von Leo Kirch abgewickelt. Man zahlte damals stolze 750 Millionen D-Mark, um die wichtigsten Spiele übertragen zu können. Heutzutage geht es bei Sky pro Spielzeit um eine Milliarde Euro. Damit ist Sky, zu damaligen Zeiten noch Premiere, immer noch der wichtigste Partner und Geldgeber des DFB.


So sind die Vereine aus der ersten und zweiten Bundesliga mittlerweile von Anbietern wie DAZN und Sky abhängig. Dass das für beide Seiten Probleme mit sich bringen kann, hat die Krise gezeigt: Die ersten Bundesligaspiele blieben dieses Jahr aus. Doch wenn keine Spiele stattfinden, dann gibt es für Sender wie Sky auch keinen Grund, gigantisch hohe Summen für Senderechte zu zahlen. Für die Sender bleiben wichtige Werbedeals aus. Abonnement werden ebenfalls gekündigt. Auf der anderen Seite leiden dann auch die Vereine: Bleiben die Gelder dauerhaft aus, geraten sie in große Not. Glücklicherweise entschied man sich bei Sky und den anderen Anbietern, weiterzuzahlen. Zudem verzichteten einige Spieler auf ihre Gehälter.

Hohe Umsatzeinbußen in der gesamten Branche

Was für eine Geldmaschinerie der Fußball ist, zeigt sich aber nicht nur bei den Sendern und Fußballvereinen: Auch die Sportwetten-Industrie boomt seit Jahren. Lokale Buchmacher wie auch Online-Anbieter generieren Milliardenumsätze. Die Plattformen und Angebote werden immer vielseitig. Mittlerweile können Sie dank der No Account Sparte auf Vergleichsportalen sogar auf Seiten zugreifen, bei denen nicht einmal eine Registrierung notwendig ist. In Windeseile können Sie Ihre Wetten platzieren – und das machen tatsächlich Millionen von Wettfans. Auch für die Buchmacher brachen in diesem Jahr entsprechend harte Zeiten an.


Mittlerweile werden wieder Bundesligaspiele ausgestrahlt. Trotz der Umsatzeinbußen können sich die Vereine halten, auch Sender wie Sky und DAZN stecken die Krise weg. Dennoch ist man sich einig: Eine weitere Unterbrechung könnte drastische Konsequenzen mit sich bringen. Sowohl bei den Sendern als auch den Vereinen kann man aktuell aber aufatmen: Die Gelder fließen, das Milliardengeschäft läuft weiter. Die gegenseitige Abhängigkeit wurde in diesem Jahr aber deutlicher denn je. Und auch die großen Summen, die mit den Top-Deals einhergehen. Für die Zuschauer zeigt sich außerdem: Auch in Zukunft werden wir nur wenige kostenlose Spiele bei den öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern zu sehen bekommen. Stattdessen gehen die Senderechte auch weiterhin an den Höchstbietenden – und der Zuschauer wird ebenfalls zur Kasse gebeten.