Dreierlei Moral im deutschen Fußball - auch bezogen auf den Fall Max Kruse

    • DFB
    • Was also ist eigentlich unprofessionell daran, wenn man einer Reporterin nachts um zwei auf der eigenen Geburtstagsfeier das Handy aus der Hand nimmt und die ungefragt geknipsten Fotos löscht, wie es Kruse zuletzt getan hat? Aus Sicht eines Fußballprofis ist das, wenn man ehrlich ist, sogar ziemlich professionell. Und wer will sich so etwas auf seiner Party schon bieten lassen?
      Mein Reden, das ist das was ich schon mehrmals gesagt habe.




      Aber, um der Wahrheit die Ehre zu geben: Geld liegen lassen ist kein Delikt. Und wenn wir die letzten Monate richtig verfolgt haben, wurde im Fußball deswegen niemand vom FBI in Handschellen gelegt. Oder von der Ethikkommission gesperrt. Da lief es genau umgekehrt. Und in diesem Fall war es auch Kruse, der Anzeige gegen unbekannt erstattet hat, weil er sein Geld zurückhaben wollte.
      In Deutschland ist das aber so ^^





      Vergangene Woche wurde zudem öffentlich, dass im Internet ein Nacktvideo über Kruse kursieren soll. Sein Arbeitgeber VfL Wolfsburg hat bestätigt, dass ihm das Video bekannt sei. Woher es stammt, ist unklar. Falls es Kruse nicht selbst ins Netz gestellt hat oder damit einverstanden war, handelt es sich um eine Straftat. In den Vereinigten Staaten bekam Hulk Hogan zuletzt Schadenersatz in Höhe von 115 Millionen Dollar zugesprochen, weil eine Online-Plattform ein Sexvideo des früheren Wrestlers veröffentlicht hatte.
      Tja, woanders wäre es eine Straftat und man bekommt sogar Schadensersatz. Tja, und bei uns? :D

      Die Frage: Wem hat Max Kruse mit seinen Taten eigentlich geschadet? :D Geniale Frage, die womöglich niemand beantworten kann

      Das nächste Thema. Vergleich zwischen Max Kruse und Marco Reus. Reus, der jahrelang ohne oder mit gefälschtem Führerschein unterwegs war und zu einer Strafe von mehr als einer halben Million Euro verurteilt wurde, dieser Satz:


      Auf diesen Widerspruch wurde Löw auf einer DFB-Pressekonferenz angesprochen. Der Bundestrainer antwortete, er bezweifle, dass man die beiden Fälle miteinander vergleichen könne. Stimmt. Der eine hat eine Straftat begangen, der andere eine Leichtsinnigkeit.
      Straftäter sind also herzlich Willkommen in der deutschen Nationalmannschaft. Herzlichen Glückwunsch.

      Der letzte Absatz in dem Artikel, geht runter wie Schmieröl:

      Also, um es noch einmal klarzumachen: Kapitän abwatschen (wie Podolski): okay. Döner werfen und in die Hotel-Lobby pinkeln (wie Großkreutz): kein Problem. Jahrelang ohne Führerschein fahren (wie Reus): passt schon. Mit dem Bleifuß durch Deutschland rasen, bis der Lappen weg ist (wie Löw): auch nicht schlimm. Pokern und feiern zwischen Spiel und Training (wie Kruse): geht gar nicht - raus!



      *BRAVO* *BRAVO*
    • Es sollte ausschließlich im alleinigen Zuständigkeitsbereich des Trainerteams liegen, wie mit Verfehlungen von Spielern umgegangen wird.

      Eine quasi öffentliche Abstimmung hierüber ist Nonsens.

      Logischerweise sind das immer Einzelfallentscheidungen, die keinem wie auch immer gearteten und gar öffentlich einesehbaren Strickmuster unterliegen.
      Nur der BVB!!!