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Syrische Regimetruppen verstärken Offensive in "Deeskalationszone"

  • Berlin/Sarjeh (dts Nachrichtenagentur) - Syrische Regimetruppen und ihre Verbündeten haben ihre Offensive im Südosten der sogenannten "Deeskalationszone" bei Idlib in den vergangenen Tagen intensiviert. Dabei sollen erneut Zivilisten und zivile Infrastruktur angegriffen worden sein, so zum Beispiel das Krankenhaus in der Stadt Sarjeh. Die Rede ist von elf Toten und 68 Verletzten.

    "Die Bundesregierung verurteilt die zunehmenden Angriffe auf zivile Infrastruktur", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts am Donnerstagnachmittag. "Wir fordern eine sofortige echte Waffenruhe sowie den uneingeschränkten humanitären Zugang zu allen Menschen in Not, vor allem den Vertriebenen." Bereits jetzt gilt die humanitäre Lage in Idlib als katastrophal. Über 1,3 Millionen Binnenvertriebene halten sich nach Angaben der deutschen Bundesregierung in der Region Idlib auf, allein in den letzten Wochen soll es zu rund 400.000 neuen Vertreibungen gekommen sein. Deutschland hat nach eigenen Angaben seit Anfang 2020 über 20 Millionen Euro bereitgestellt, eine Aufstockung der Mittel um weitere 25 Millionen Euro sei in Vorbereitung, hieß es am Donnerstag. Von Seiten Russlands, das das Assad-Regime unterstützt, klingt die Einschätzung der Lage ganz anders: "Die Situation vor Ort verbessert sich, das von Terroristen kontrollierte Gebiet schrumpft", zitierten russische Staatsmedien letzte Woche noch den Außenminister Sergei Lawrow. Die Verteilung von humanitärer Hilfe in Syrien werde "durch die terroristische Bedrohung negativ beeinflusst". Einige westliche Länder würden bei der humanitären Hilfe mit zweierlei Maß messen. "Die wichtigsten westlichen Länder wollen keine Hilfe in das von der Regierung kontrollierte Gebiet schicken, aber sie tun dies effektiv in dem von der Opposition kontrollierten Gebiet, auch in sehr, sehr radikalen", zitierte "Russia Today" Lawrow. Und mit dem Angriff auf das Krankenhaus in Sarjeh will Russland nichts zu tun haben. Die russischen Luftstreitkräfte hätten in der Gegend keinerlei Kampfhandlungen ausgeführt, entsprechende Medienberichte seien eine "Provokation", hieß es in einer Erklärung am Donnerstag.

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