Leipzig trennt sich von Zorniger - Tuchel als Lösung?

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  • Aus der Viertklassigkeit hat er den ambitionierten Club RB Leipzig direkt in die 2. Liga geführt, für die großen Ziele muss Alexander Zorniger aber Platz machen.

    Die Sachsen haben sich in einer «einvernehmlichen» Lösung vom 47-Jährigen getrennt. Der Abschied Zornigers zum Saisonende war ohnehin beschlossene Sache, als heißer Kandidat für eine «große Lösung» gilt seit Wochen der frühere Mainzer Bundesliga-Coach Thomas Tuchel. Bis dahin soll der bisherige U17-Trainer Achim Beierlorzer als Interimstrainer einspringen - und den Traum von der Bundesliga womöglich schon in diesem Jahr realisieren.

    Nach dem Fehlstart ins Jahr 2015 mit dem 0:2 beim abstiegsgefährdeten FC Erzgebirge Aue war bereits mit einer Ablösung Zornigers gerechnet worden, zumal Sportchef Ralf Rangnick und der Coach seit Wochen nicht mehr auf einer Wellenlänge liegen. Wie es in einer Clubmitteilung heißt, bat Zorniger selbst um die Auflösung seines bis 2016 datierten Vertrages. «Es war nach dieser intensiven und erfolgreichen Zeit natürlich nicht einfach, diese Entscheidung zu treffen. Doch aufgrund der mir gegenüber offen kommunizierten Absicht, im Sommer eine Veränderung vorzunehmen, ist es meiner Meinung nach besser, jetzt sofort einen Cut zu machen», sagte Zorniger.

    Angesichts der zuletzt enttäuschenden Ergebnisse kommt die Entwicklung nicht überraschend. In den vergangenen neun Spielen gab es nur zwei Siege, der Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz wuchs auf sechs Zähler an. Zuviel für Rangnick, der lieber schon in dieser Saison die Bundesliga stürmen will. Zorniger gingen die ehrgeizigen Pläne zu weit.

    «Wenn wir das Ziel erreichen sollten, wird mein Denkmal hier bestimmt nicht kleiner als das des Sportdirektors sein. Trotzdem tut uns Demut nach wie vor gut», sagte Zorniger in der Pressekonferenz vor dem Spiel in Aue (0:2). Rangnick hatte daraufhin gekontert: «Mit oder ohne Demut: Wenn wir einfach nur die Saison hätten zu Ende spielen wollen, dann hätten wir nix ändern müssen.» Dann wäre RB «sicher irgendwo zwischen Platz sechs und zwölf gelandet. Wenn wir uns gut entwickeln, dann ist Platz eins bis drei drin.»

    Dafür wurde für neun Millionen Euro bei dem vom österreichischen Milliardär Dietrich Mateschitz finanzierten Club noch einmal investiert. Gut möglich, dass die Aufgabe des Bundesliga-Aufstiegs auf Tuchel zukommt. Der Ex-Mainzer, der sich in dieser Saison eine Auszeit genommen hat, gilt offenbar als Wunschkandidat von Rangnick für das ehrgeizige Projekt.

    Bis vor wenigen Monaten hatte diesen Status noch Zorniger. Rangnick holte den Trainer vor zweieinhalb Jahren vom Regionalligisten SG Sonnenhof Großaspach nach Leipzig. Seit ihrem gemeinsamen Amtsantritt im Sommer 2012 ging es bei den Sachsen steil bergauf. Zwei Aufstiege, ein neues Spielsystem, professionellere Strukturen. «Alex hat hier hervorragende Arbeit geleistet und war mit der Mannschaft in den letzten zweieinhalb Jahren maximal erfolgreich. Er hat einen sehr großen Anteil daran, dass wir heute schon in der 2. Bundesliga spielen», lobte Rangnick im Nachhinein.


    (dpa)

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